In der Medizin werden seit langem Pflanzen und Pilze angewendet. Der Reishi-Pilz wird dabei besonders vielseitig eingesetzt.
Er soll bei verschiedensten Beschwerden eine positive Wirkung zeigen. Einige Studien haben dabei erstaunliche Ergebnisse erzielt
In diesem Artikel erfährst du – basierend auf den neuesten Studien – die potenziellen Vorteile, vermeintlichen Risiken und Einnahmemöglichkeiten des Reishi Pilzes.
1. Was ist der Reishi-Pilz?

Der Vitalpilz wird seit über 2000 Jahren in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet.
Für sein Wachstum bevorzugt er besonders warme und feuchte Gebiete. Somit ist er vor allem im asiatischen Raum zu finden
Im Chinesischen wird er als Ling Zhi bezeichnet, was im Deutschen geistiger oder göttlicher Pilz bedeutet. Andere bekannte Synonyme sind glänzender Lackporling oder Pilz der Unsterblichkeit. Seine Beliebtheit in der Medizin hat er Molekülen wie Triterpenoiden, Polysacchariden oder Peptidoglykanen zu verdanken. Diese sind für viele der gesundheitsfördernden Wirkungen verantwortlich
Jetzt folgen 8 wissenschaftlich untersuchte Vorteile des Reishi Pilzes, sowie die korrekte Einnahme und potenzielle Nebenwirkungen.
2. Reishi-Pilz Wirkung
2.1. Reishi senkt oxidativen Stress

Oxidativer Stress entsteht bei zu vielen freien Radikalen im Körper. Freie Radikale bilden sich durch körperlichen und psychischen Stress, ungesunde Ernährung, Zigarettenrauch, Alkohol oder Umweltgifte
Oxidativer Stress soll Krankheiten wie Arteriosklerose, Herz-Kreislauferkrankungen, Arthritis und Krebserkrankungen mitverursachen und zudem die Haut schneller altern lassen
Bezogen auf die Wechselwirkung zwischen oxidativem Stress und dem Vitalpilz wurde eine Studie mit 22 Männern und 20 Frauen durchgeführt. Diese nahmen täglich 225 mg Reishi oder Placebo-Präparate für 6 Monate ein. Das Resümee: Die Einnahme des Vitalpilzes hat signifikante Auswirkungen auf den Ausgleich des oxidativen Stress im Körper
Weiterhin kann oxidativer Stress auch die Hornhaut der Augen negativ beeinträchtigen. In Laborversuchen an Hornhautzellen schützten Reishi-Extrakte vor oxidativen Schäden und konnten Entzündungen verringern
Tier- und Zellstudien deuten zudem darauf hin, dass er Leberzellen vor Schäden schützen könnte. Das liegt am Schutz der Leberzellen vor oxidativem Stress und Apoptose (kontrollierter "Selbstmord" der Zelle)
Insgesamt ist deutlich geworden, dass der Reishi Pilz dazu beitragen kann, die freien Radikale zu hemmen, sowie die Radikalfänger zu stärken.
Studien deuten darauf hin, dass der Reishi-Pilz ausgleichende Auswirkungen auf den oxidativen Stress im Körper hat. Einerseits geschieht das durch die Hemmung von freien Radikalen. Andererseits durch die Stärkung der Radikalfänger.
2.2. Reishi für das Immunsystem

Der Reishi Pilz kann ebenso das Immunsystem in seiner Funktion unterstützen
Reishi kann verschiedene Untergruppen der weißen Blutkörperchen positiv beeinflussen. Daraus resultiert eine Förderung der Immunfunktionen
Bei Krebspatient:innen im fortgeschrittenen Stadium stieg nach 12 Wochen Reishi-Extrakt die Aktivität der natürlichen Killerzellen im Blut an
Weiterhin wurde eine Studie mit 64 Frauen mit Fibromyalgie durchgeführt. Über einen Zeitraum von 6 Wochen nahmen die Frauen 6 Gramm Reishi pro Tag ein. Nach diesen 6 Wochen verbesserte sich die körperliche Fitness der Frauen signifikant
Studien deuten darauf hin, dass der Reishi-Pilz eine stimulierende Wirkung auf die weißen Blutkörperchen und deren Untergruppen hat. Diese sind ein essenzieller Bestandteil unseres Immunsystems.
2.3. Reishi für erholsamen Schlaf

Reishi könnte ebenso dazu beitragen, die Lebensqualität zu verbessern. Das bezieht sich auf die muskelentspannende und schlafverbessernde Wirkung
Tierversuche ergaben, dass Reishi die Einschlafzeit verringern und die Schlafdauer verlängern kann
In einer weiteren Studie mit 132 Teilnehmern konnten Forscher beobachten, dass die Müdigkeit reduziert wurde und das allgemeine Wohlbefinden gestiegen ist. Alle Testpersonen waren an Neurasthenie (Erschöpfung und Schwäche des Nervensystems) erkrankt
Reishi könnte den Schlaf unterstützen; belastbare Studien an gesunden Menschen fehlen bisher.
2.4. Reishi für Anti-Aging

Das Altern ist ein unumkehrbarer Prozess. Es geht fast immer mit einer Abnahme der physiologischen Funktionen des Körpers einher.
Neben erhöhtem oxidativen Stress ist es ebenso mit Defekten des Immunsystems verbunden
In einer Studie mit 42 gesunden Erwachsenen verbesserten sich unter Reishi antioxidative Blutwerte; eine alterungshemmende Wirkung wurde dabei nicht untersucht. Diskutiert werden drei mögliche Wirkungsarten
Zum einen wurde eine antioxidative Eigenschaft nachgewiesen. Diese trägt zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress und Apoptose (kontrollierter "Selbstmord" der Zelle) bei
In Tier- und Laborversuchen wirkten Naturstoffe in Reishi antioxidativ und schützten Zellen vor Schäden durch reaktive Sauerstoffverbindungen. Dadurch könnten Proteine und Lipide vor einer Degeneration durch oxidativen Stress geschützt werden
Zugleich deuten Ergebnisse darauf hin, dass die Einnahme des Vitalpilzes zur Aktivierung von Autophagie (Zellerneuerung im Körper) und erhöhter Stressresistenz führen kann
Ob Reishi das Altern beim Menschen bremst, ist nicht belegt. Diskutiert werden antioxidative Effekte und eine Aktivierung der Autophagie.
2.5. Reishi in der Krebstherapie

In einer Studie aus Shanghai mit 4.149 Brustkrebspatientinnen nutzten 58,8 % nach der Diagnose Reishi. Die Nutzerinnen berichteten ein besseres soziales, aber ein schlechteres körperliches Wohlbefinden; einen klaren Nutzen zeigte die Studie nicht. In Asien wird Reishi häufig begleitend zur Krebstherapie verwendet
In einer Studie mit 34 Probanden wurde beobachtet, dass die Immunreaktionen bei Krebspatienten im fortgeschrittenen Stadium durch Reishi verstärkt wurden. Ob das den Verlauf der Erkrankung beeinflusst, zeigte die Studie nicht
Eine weitere Studie untersucht die Immunfunktion von 105 Krebspatienten. Dabei wurde entdeckt, dass Reishi bei der Chemo- und/oder Strahlentherapie eine stärkende Wirkung auf die Immunfunktion haben kann
Andere Studien sind dabei zu demselben Schluss gekommen. Dennoch kommt der Vitalpilz nicht als Erstlinienbehandlung bei Krebs infrage.
Ein Cochrane-Review fand in kleinen, methodisch schwachen Studien Hinweise auf eine bessere Immunantwort, wenn Reishi ergänzend gegeben wurde; ein verlässlicher Nutzen bei Krebs ist damit nicht belegt
Reishi ist keine Krebsbehandlung. Ob er eine Chemo- oder Strahlentherapie sinnvoll ergänzt, ist nicht ausreichend belegt; nimm ihn nur nach Rücksprache mit deinem Behandlungsteam.
2.6. Reishi reguliert den Blutzucker

Forschungen der Chinese University of Hong Kong haben ergeben, dass Menschen mit zu hohem Blutzuckerwert (Hyperglykämie) von einer Einnahme des Vitalpilzes profitieren könnten.
Eine blutzuckersenkende Wirkung ist durch diese Studie nicht belegt. Untersucht wurden 26 Personen mit grenzwertig erhöhtem Blutdruck oder Cholesterin; unter Reishi waren Insulinwert und Insulinresistenz niedriger als unter Placebo
In einer kleinen Studie waren Insulinwerte unter Reishi etwas niedriger; für eine Wirkung bei Typ-2-Diabetes fehlen belastbare Belege.
2.7. Reishi bei der Höhenkrankheit

Die Höhenkrankheit wird durch einen zu schnellen Aufstieg in große Höhen ausgelöst (ab ca. 2500 Meter).
Diese entsteht durch den verringerten Sauerstoffgehalt in der Luft. Wenn Symptome auftreten, kann der Körper den höhenbedingten Sauerstoffmangel nicht ausreichend kompensieren
Zu den Symptomen der Höhenkrankheit zählen Kopfschmerzen, Herzklopfen, Schwindel und Erbrechen. Ein Reishi-Extrakt wurde in Labor- und Tierversuchen gegen Belastungen durch große Höhe getestet; ob Reishi beim Menschen die Symptome der Höhenkrankheit lindert, ist nicht belegt
In einer häufig zitierten Studie mit 1000 chinesischen Gebirgsjägern sollen weniger Teilnehmende der Reishi-Gruppe Kopfschmerzen bekommen haben. Eine überprüfbare Originalveröffentlichung fehlt jedoch, ein belastbarer Wirksamkeitsbeleg ist das also nicht
Ob Reishi der Höhenkrankheit vorbeugt, ist beim Menschen nicht belegt. Wichtigster Schutz bleibt ein langsamer Aufstieg.
2.8. Synergien mit Heilpflanzen

Die Wirkung von Reishi wurde ebenso in Kombination mit anderen Adaptogenen (Heilpflanzen) untersucht.
In einer Laborstudie an Zellkulturen (nicht am Menschen) verstärkten sich Grüntee-Polyphenole und ein Reishi-Extrakt gegenseitig; Ergebnis der gemeinsamen Gabe im Reagenzglas kann eine Wachstumsverlangsamung von Krebszellen sein
Es gibt viele weitere Studien zu Reishi in Verbindung mit anderen Heilpflanzen und Vitaminen.
Reishi wird oft mit anderen Pflanzen kombiniert; ob das die Wirkung verstärkt, ist beim Menschen kaum untersucht.
3. Nebenwirkungen von Reishi

Neben den vielen positiven Eigenschaften haben Forscher auch Nebenwirkungen bei der Einnahme des Reishi Pilzes festgestellt.
In einer 4-monatigen Studie sind Nebenwirkungen, wie leichte Bauchschmerzen und Verdauungsprobleme aufgetreten
Ebenso wurden in vielen Studien über den Reishi Pilz keine Sicherheitsdaten geliefert, sodass nur begrenzte Informationen verfügbar sind
Schwangere oder stillende Frauen sollten kein Reishi einnehmen, da es nur eine geringe Anzahl an Studien gibt
Reishi gilt meist als gut verträglich, gelegentlich treten Verdauungsbeschwerden auf. Selten wurden Leberschäden berichtet (LiverTox). Reishi kann das Blutungsrisiko erhöhen und die Immunantwort beeinflussen: Wenn du Blutverdünner, Immunsuppressiva oder andere Medikamente einnimmst oder eine Krebstherapie machst, kläre die Einnahme vorher ärztlich ab (MSK).
4. Einnahme von Reishi

Die Einnahme des Reishi Pilzes kann auf verschiedene Arten geschehen. Die gängigsten Formen sind als Pulver, Tee oder Extrakt.
Folgende Dosierungen sind jeweils anzusetzen
In Pulverform ist die empfohlene Einnahmemenge 1500mg - 5000 mg täglich. Die Kapseln oder Pulver sollten auf nüchternen Magen eingenommen werden. Somit können die Vitalstoffe optimal aufgenommen werden.
Wenn Reishi als Tee eingenommen wird, sind täglich 3 - 5 g zu empfehlen. Gut ist es den Pilz vorher in kleinere Stücke zu schneiden. Anschließend 1 Liter Wasser in einem Edelstahltopf aufkochen. Danach den Pilz hinzufügen, die Hitze reduzieren und für 2 Stunden köcheln lassen.
Der Reishi-Extrakt sollte nach den Angaben des Herstellers eingenommen werden, denn Zusammensetzung und Konzentration unterscheiden sich stark; eine allgemein übertragbare Milliliterdosis gibt es nicht. Bei Erkrankungen oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme nimm Reishi nur nach ärztlicher Rücksprache.
Bei Bedarf frag am besten deinen behandelnden Arzt für genauere Informationen. Nährstofftabelle
| Brennwert/Kalorien: | 375 |
| Eiweiß/Protein, g/100g: | 15,05 |
| Fett: | 3,5 |
| Kohlenhydrate, g/100g: | 71,0 |
| Ballaststoffe, g/100g: | 66,8 |
| Vitamin B1 (Thiamin), mg/100g: | 0,06 |
| Vitamin B2 (Riboflavin), mg/100g: | 1,59 |
| Vitamin B3 (Niacin), mg/100g: | 12,4 |
| Vitamin B5 (Pantothensäure), mg/100g: | 2,7 |
| Kupfer, mg/100g: | 1,3 |
| Eisen, mg/100g: | 13,0 |
| Selen, mg/100g | 0,01 |
| Kalzium, mg/100g: | 37 |
| Kalium, mg/100g: | 67 |
Reishi in Zell Harmonie: Zell Harmonie enthält Reishi als Extrakt mit mindestens 30 % Polysacchariden, kombiniert mit 53 weiteren Inhaltsstoffen, darunter Chaga, Cordyceps und Vitamin D3 aus Flechten. Zell Harmonie 100 Tage testen
5. Fazit
- Reishi ist ein Pilz, der in der traditionellen chinesischen Medizin seit über 2000 Jahren verwendet wird.
- Viele Studien zu dem Vitalpilz konnten gesundheitsfördernde Eigenschaften feststellen.
-
Zell HarmonieMit Reishi-Extrakt und 53 weiteren Inhaltsstoffen in einem Pulver.
- Reishi kann als Pulver, Tee oder Extrakt eingenommen werden.
- Bei üblichen Mengen von wenigen Gramm trägt er kaum zur Versorgung mit Nährstoffen wie Eisen, Kalium oder Kalzium bei.
- In seltenen Fällen können leichte Nebenwirkungen bei der Einnahme auftreten.
- Stillende und schwangere Frauen sollten den Vitalpilz nicht einnehmen, da nicht genügend Studien vorhanden sind.