Welchen Einfluss du auf deine Zellgesundheit hast – im positiven sowie im negativen Sinne – erfährst du jetzt.
Grundlagen wie genügend Trinken, ausgewogene Ernährung und Bewegung sind wichtige Faktoren für gesunde Zellen. Aber es gibt mehr.
Körpereigene Prozesse wie die Autophagie (Recycling beschädigter Zellbestandteile) oder die Telomere (Schutz während der Zellteilung) haben einen großen Einfluss auf deine gesunden Zellen.
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2. Menschliche Zellen
Die Zelle wird oft als kleinste Einheit eines Lebewesens betrachtet.
Der Mensch besteht aus rund 30 bis 40 Billionen Zellen. Dabei gibt es über 200 verschiedene Zelltypen. Dabei ist jeder einzelne Zelltyp auf eine bestimmte Funktion spezialisiert. Zusammen sind sie für alle lebenswichtigen Grundfunktionen wie Stoffwechsel, Wachstum, Bewegung, Vermehrung, Vererbung, (…) verantwortlich
Die Entstehung sowie die Erneuerung der Zellen geschieht durch die Zellteilung. Je nach Zelltyp teilen sich die Zellen täglich, wöchentlich oder noch seltener.
Eine gesunde Zelle kann ihrer Spezialisierung planmäßig nachgehen und trägt zu einem gesunden Körper bei.
Problematisch wird es, wenn die Zelle zu alt, mutiert oder beschädigt ist. Dadurch kann die Zelle ihre lebenswichtige Aufgabe nicht mehr erfüllen und wird oftmals ein Herd für Krankheiten
Der menschliche Körper besteht aus rund 30 bis 40 Billionen Zellen. Obwohl sie sehr klein sind, ist ihr Einfluss auf unsere Gesundheit sehr groß.
3. Entstehung kranker Zellen
Zellen können auf verschiedene Art erkranken und dysfunktional werden. Einen starken Einfluss dabei hat oxidativer Stress und der biologische Alterungsprozess.
Oxidativer Stress

Oxidativer Stress ist ein Stoffwechselzustand, bei dem ein Ungleichgewicht zwischen freien Radikalen und Radikalfängern besteht
In unserem Körper sind stets freie Radikale vorhanden, sie sind ein normaler Bestandteil des Stoffwechsels. Wenn jedoch zu viele freie Radikale entstehen, kann der Stoffwechselprozess gestört werden und Zellschäden treten auf
Der heutige Lebensstil ist dabei keinesfalls vorteilhaft für das Gleichgewicht im Körper. Freie Radikale entstehen beispielsweise durch
- Rauchen (auch passiv!)
- Alkoholkonsum
- übermäßigen Konsum von Zucker
- körperlichen Stress, z. B. durch Überanstrengung oder Leistungssport
- psychischen Stress, z. B. durch Liebeskummer, Trauer, Leistungsdruck in der Arbeit
- Schlafmangel
- Abgase, Feinstaub
- Umweltgifte und Chemikalien
Wenn nun ein Ungleichgewicht zwischen freien Radikalen und Radikalfängern entstanden ist, ist das Resultat oxidativer Stress. Er wird mit folgenden Krankheitsbildern in Verbindung gebracht:
- Diabetes
6 - Arteriosklerose, d. h. die Verhärtung der Blutgefäße
7 - Entzündliche Erkrankungen
8 - Bluthochdruck, der auch als Hypertonie bezeichnet wird
- Herzkrankheiten
9 - Neurodegenerative Erkrankungen, wie Parkinson oder Alzheimer
10 - Krebs
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Oxidativer Stress trägt ebenfalls zu einer schnelleren Alterung bei
Der moderne Lebensstil unterstützt oftmals die Bildung von oxidativem Stress. Dadurch können Stoffwechselprozesse gestört werden und Zellschäden treten auf.
Biologisches Altern

Es heißt, das Alter ist nur eine Zahl. Das stimmt auch.
Das Altern hingegen ist ein biologischer Prozess, der mit erhöhten Risiken für die körperliche Gesundheit einhergeht
Der Alterungsprozess tritt ca. ab dem zwanzigsten Lebensjahr ein. Mit der Zeit treten Falten auf, die Leistungsfähigkeit nimmt ab und der Körper wird anfälliger für Krankheiten.
Wenn beispielsweise Hautzellen altern, verlieren sie die Fähigkeit, neue Zellen zu produzieren und die alten zu ersetzen. So hat jede Zelle im Körper ihren Lebenszyklus
Das ist der normale Alterungsprozess des Menschen.
Die gute Nachricht: Die Forschung hat verschiedene Prozesse entdeckt, die die Zellen in ihrer Stabilität unterstützen.
Das Altern ist ein biologischer Prozess und setzt ab dem zwanzigsten Lebensjahr ein. Je höher das biologische Alter ist, desto höher ist das Risiko für verschiedene Krankheiten.
4. Zellen stärken

Laut neuester Forschungen hast du folgende Möglichkeiten, deine Zellen in ihrer Funktion und Langlebigkeit zu unterstützen.
4.1. Zellen aufbauen
Achte auf eine gute Grundversorgung der essenziellen Nährstoffe.
Dafür ist eine ausgewogene Ernährung in den meisten Fällen vollkommen ausreichend. Jedoch kommt es teilweise zu Mangelerscheinungen von Vitaminen oder Mineralstoffen.
In westlichen Gesellschaften sind folgende Mängel am häufigsten, obwohl sie für die Zellteilung unentbehrlich sind
- Vitamin D
- Eisen
- Vitamin B9
- Vitamin B12
- Jod
Wenn du dir sicher sein willst, ob dein Körper ausreichend versorgt ist, kannst du auch ein Blutbild machen.
Eine ausgewogene Ernährung ist im Normalfall ausreichend, um deinen Körper mit allen essenziellen Nährstoffen zu versorgen.
4.2. Zellerneuerung anregen

Die menschlichen Zellen sollen sich alle 7 Jahre komplett erneuern. Das ist nur zum Teil richtig, denn der Körper erneuert sich in unterschiedlicher Geschwindigkeit. Hier sind die Lebenserwartungen bestimmter Zellgruppen
- Magen und Gedärme: 5 Tage
- Hautzellen: 2 – 4 Wochen
- Rote Blutkörperchen: 4 Monate
- Leber: 2 Jahre
- Knochen: 10 Jahre
Generell läuft die Zellerneuerung unbemerkt, da sich nicht alle Zellen gleichzeitig erneuern. Lebensstil und Krankheiten haben einen großen Einfluss auf die Zellerneuerung – positiv als auch negativ.
Einer der wichtigsten Prozesse in der Zellerneuerung ist die Autophagie
Die Autophagie ist der natürliche Recyclingprozess der Zellen: Beschädigte oder überflüssige Zellbestandteile, etwa fehlgefaltete Proteine oder defekte Mitochondrien, werden in ihre Bausteine zerlegt. Diese verwendet die Zelle anschließend wieder
Dieser Prozess ist elementar, weil sich beschädigte Bestandteile sonst in der Zelle anhäufen und ihre Funktion stören können.
Bekannt wurde der körpereigene Recyclingprozess durch den Zellbiologen Yoshinori Ōsumi. 2016 hat er für seine Forschungen den Nobelpreis der Medizin gewonnen
Durch den Schutz des zellulären Gleichgewichtes im Körper ist die Autophagie entscheidend am gesunden Alterungsprozess des Menschen beteiligt
Bei der Autophagie zerlegt die Zelle beschädigte Bestandteile und verwertet die Bausteine wieder.
4.3. Zellschutz anregen

Zellen verfügen über eigene Schutzmechanismen, die die Lebensspanne der einzelnen Zellen beeinflussen.
Es gibt insgesamt über 200 verschiedene Zelltypen. Jede davon hat eine andere Anzahl an möglichen Zellteilungen, bevor sie abstirbt. Beispielsweise können sich viele Zellen des Immunsystems maximal 50-mal teilen, bis sie absterben
Während der Zellteilung schützen die Telomere (Schutzkappen) die Chromosomen und das darin gespeicherte Erbgut.
Durch jede Zellteilung verkürzen sich jedoch die Telomere. Deshalb kommt es bei den meisten Menschen mit zunehmendem Alter zu einer Verkürzung der Telomere
Kürzere Telomere werden mit dem menschlichen Alterungsprozess und einer Reihe von negativen gesundheitlichen Auswirkungen in Verbindung gebracht
Die gute Nachricht: Forschende untersuchen, ob und wie sich die Verkürzung der Telomere bremsen lässt
Telomerase
Studien haben gezeigt, dass ein Enzym namens Telomerase in der Lage ist, den Verkürzungsprozess umzukehren und die Telomere sogar zu verlängern.
Ob sich die Telomerase durch Lebensstil oder Nahrungsergänzung gezielt anregen lässt, ist offen. Untersucht wird zum Beispiel die Astragalus Wurzel, welche die Telomeraseaktivität als standardisierter Extrakt (TA-65) in Zellkultur etwa auf das Doppelte erhöhte. Auch Humanstudien gibt es (Salvador et al. 2016); ein allgemeiner gesundheitlicher Nutzen und die langfristige Sicherheit sind damit aber nicht gesichert, zumal eine dauerhaft erhöhte Telomeraseaktivität auch typisch für Krebszellen ist
2009 wurde der Nobelpreis der Medizin an Elizabeth Blackburn, Carol Greider und Jack Szostak für die Entdeckung verliehen, wie Telomere und das Enzym Telomerase die Chromosomen schützen
Die Zelle wird während der Zellteilung von den Telomeren geschützt. Das Enzym Telomerase kann die Telomere wieder verlängern; ob sich das beim Menschen gezielt und gefahrlos nutzen lässt, ist offen.
4.4. Oxidativen Stress reduzieren

Oxidativer Stress ist Stress für die Zellen. Grund dafür ist ein Ungleichgewicht von freien Radikalen und Radikalfängern.
Antioxidantien wirken als Radikalfänger und sind die perfekten Gegenspieler der freien Radikale. Sie binden sich an das Molekül und hindern es daran, anderen Molekülen zu schaden
Untersucht werden dabei auch adaptogene Pflanzen. Viele ihrer Inhaltsstoffe wirken in Laborstudien antioxidativ; wie stark das beim Menschen nützt, ist noch offen. Zu den bekanntesten adaptogenen gehören Ginseng, Reishi, Astragalus, Maca (…).
Weiterhin gibt es gesunde Gewohnheiten, die du in deinen Alltag einbauen kannst, um das Gleichgewicht zwischen freien Radikalen und Radikalfängern herzustellen. Dazu gehört
- Meditation
- Aerobe Bewegung, am besten an der frischen Luft
- Auf eine gute Schlafhygiene achten
- Chronischen Stress senken
- Ausgewogene Ernährung
Antioxidantien aus der Ernährung und gesunde Gewohnheiten unterstützen das Gleichgewicht zwischen freien Radikalen und Radikalfängern. Hoch dosierte Antioxidantien-Präparate senkten in großen Studien die Sterblichkeit nicht, einzelne wie Betacarotin oder Vitamin E erhöhten sie sogar (Cochrane-Review 2012).
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5. Häufige Fragen

5.1. Gesundes Altern
Altern ist ein normaler biologischer Prozess im Körper. Die Lebensweise hat jedoch großen Einfluss auf den Prozess. Forscher haben verschiedene Merkmale ausgemacht, welche das gesunde Altern unterstützen
- Bewegung und körperliche Aktivität
- Achte auf ein gesundes Körpergewicht
- Achte darauf, was du isst
- Nimm an Aktivitäten teil, die dir Spaß machen
5.2. Forschung gegen das Altern
Neben einem gesunden Lifestyle gibt es verschiedene Körperprozesse, die sich stark auf die Gesundheit der Zellen auswirken. In den vergangenen Jahrzehnten gab es dabei verschiedene Durchbrüche in der Forschung.
Zum einen wurde 2016 der Nobelpreis der Medizin an den Zellbiologen Yoshinori Ōsumi verliehen, für die Forschung an der Autophagie. Bei diesem Prozess baut die Zelle beschädigte oder überflüssige Bestandteile ab. Die Bausteine werden anschließend wiederverwertet
Zum anderen ist 2009 der Nobelpreis der Medizin an Elizabeth Blackburn, Carol Greider und Jack Szostak verliehen worden, unter anderem für die Entdeckung des Enzyms Telomerase. Dieses Enzym kann die Telomere schützen und stärken. Durch stabilere Telomere erhöht sich die Lebensspanne der Zellen
6. Fazit
- Der Körper hat rund 30 bis 40 Billionen Zellen und über 200 verschiedene Zelltypen.
- Gesunde Zellen sind die Basis für einen gesunden Körper.
- Oxidativer Stress und der biologische Alterungsprozess wirken sich negativ auf die Zellgesundheit aus.
- Alte, mutierte oder kranke Zellen sind oftmals ein Herd für verschiedenste Krankheiten.
- Du kannst deine Zellen unterstützen, indem du gesunde Gewohnheiten entwickelst wie Meditation, aerobe Bewegung oder ausgewogene Ernährung.
- Körpereigene Prozesse wie die Autophagie, die für Zellaufbau und Zellerneuerung wichtig ist, und der Schutz der Telomere werden intensiv erforscht; wie stark du sie im Alltag beeinflussen kannst, ist noch offen.
- Antioxidantien helfen dabei, einen Ausgleich zwischen Radikalfängern und freien Radikalen zu schaffen. Gute Quellen sind Obst, Gemüse, Nüsse und Hülsenfrüchte.
7. Dein Weg zu mehr Balance und Vitalität
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