Aminosäuren werden auch Bausteine des Lebens genannt, denn aus ihnen entstehen unzählige unterschiedliche Proteine. Sie machen das menschliche Leben erst möglich
In diesem Artikel erfährst du alles, was du über essentielle Aminosäuren wissen musst.
1. Was sind essentielle Aminosäuren?

Insgesamt gibt es 20 verschiedene Aminosäuren. 9 davon sind essentiell, denn der Körper kann sie nicht selbst herstellen. Früher zählte man für Erwachsene nur 8; heute gehört auch Histidin dazu.
Die 9 essentiellen Aminosäuren im Überblick:
- Histidin
- Isoleucin
- Leucin
- Lysin
- Methionin
- Phenylalanin
- Threonin
- Tryptophan
- Valin
Sie müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Die freigesetzten Aminosäuren aus der Nahrung gehen entweder den anabolen (aufbauenden) oder den katabolen (abbauenden) Stoffwechselweg.
Neun der 20 proteinogenen Aminosäuren sind essentiell; sie müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Die 11 übrigen kann der Körper in der Regel in ausreichenden Mengen selbst herstellen.Die Aminosäuren gehen Verbindungen mit anderen Aminosäuren ein und bilden Ketten. Ab etwa 50 bis 100 Aminosäuren spricht man von einem Protein, kürzere Ketten heißen Peptide. Je nach Anordnung der Bausteine entstehen verschiedene Proteine
Die Reihenfolge der Aminosäureketten wird durch den genetischen Code bestimmt, der in unserer DNA (Desoxyribonukleinsäure) enthalten ist
Aminosäuren werden auch Bausteine des Lebens genannt, da der Körper sie zur Herstellung von Proteinen verwendet. Durch Informationen in der DNA binden sich die Aminosäuren aneinander und bilden Proteine.
2. Welche Aminosäuren gibt es?
Aminosäuren sind in 3 Gruppen eingeteilt
- Essentielle Aminosäuren Der Körper kann sie nicht selbst herstellen, deshalb müssen sie über die Nahrung aufgenommen werden.
- Nicht-essentielle Aminosäuren Der Körper kann sie selbst herstellen.
- Bedingt-essentielle Aminosäuren Im Normalfall sind das nicht-essentielle Aminosäuren. Aber durch Traumata, Stress, Operationen oder Wunden können sie vom Körper nicht mehr ausreichend hergestellt werden. Sie werden dann zu essentiellen Aminosäuren.

Die essentiellen Aminosäuren kann der Körper nicht selbst herstellen und muss sie über die Nahrung aufnehmen. Nicht-essentielle Aminosäuren kann der Körper selbst herstellen. Bedingt-essentielle Aminosäuren sind nur unter besonderen Umständen, wie z.B. bei Krankheit, essentiell.
3. Wirkung von Aminosäuren

Die 9 essentiellen Aminosäuren haben in deinem Körper eine Reihe von wichtigen und vielfältigen Aufgaben:
-
Histidin wird zum Aufbau von Proteinen benötigt und ist die Vorstufe von Histamin, einem Botenstoff für Immunreaktionen und die Bildung von Magensäure
5 . -
Isoleucin wird für Muskelwachstum und -reparatur benötigt. Außerdem hilft es bei der Bildung von Antikörpern, Muskelproteinen und ist wichtig für den Transport von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid im Blut
6 . -
Leucin wird zum Aufbau von Muskelproteinen verwendet und spielt eine wichtige Rolle beim Zellwachstum. Außerdem hilft es bei der Produktion von Antikörpern, Hämoglobin und Insulin
7 . -
Lysin wird für die Produktion von Kollagen (ein Protein, das zur Bildung von Knochen beiträgt) und für die Gewebereparatur benötigt. Es spielt ebenso eine Rolle bei der Hormonproduktion und der Immunfunktion
8 . -
Methionin wird für die Energieproduktion und die Entgiftung benötigt. Außerdem hilft es bei der Produktion von Antikörpern, Proteinen und Carnitin (Hilft dem Körper Fett in Energie umzuwandeln)
9 . -
Phenylalanin wird zur Herstellung von Neurotransmittern (haben Auswirkung auf die Stimmung), Noradrenalin (wichtig für die Kommunikation der Nervenzellen) und Dopamin verwendet
10 . -
Threonin ist ein Hauptbestandteil von Strukturproteinen wie Kollagen und Elastin, die wichtige Bestandteile der Haut und des Bindegewebes sind. Außerdem spielt es eine Rolle im Fettstoffwechsel und bei der Immunfunktion
11 . -
Tryptophan wird zur Herstellung von Proteinen verwendet. Es wird ebenso für den Stickstoffhaushalt benötigt und ist eine Vorstufe von Serotonin, einem Neurotransmitter, der Appetit, Schlaf und Stimmung reguliert
12 . -
Valin wird zur Herstellung von Proteinen verwendet, die zur Reparatur und zum Aufbau des Muskelgewebes beitragen. Außerdem hilft es bei der Produktion des Hormons Glucagon, das den Blutzuckerspiegel anhebt, und bei der Umwandlung von Nahrung in Energie
13 .
Wie du sehen kannst, sind essentielle Aminosäuren der Kern vieler wichtiger Prozesse im Körper.
Alle 9 essentiellen Aminosäuren erfüllen unterschiedliche Aufgaben im Körper. Sie sind an wichtigen Prozessen wie Gewebewachstum, Energieproduktion, Immunfunktion und Nährstoffaufnahme beteiligt.
4. Bedingt-essentielle (semi-essentielle) Aminosäuren

Einige nicht-essentielle Aminosäuren können unter Stressbedingungen und in katabolen Zuständen essentiell werden, wenn die Kapazität der körpereigenen Aminosäuresynthese überschritten wird
In solchen Situationen müssen diese Aminosäuren zusätzlich über die Nahrung aufgenommen werden. Somit sind sie nur unter bedingten Umständen essentiell.
Bedingt-essentielle Aminosäuren werden auch semi-essentielle Aminosäuren genannt. Zu dieser Gruppe zählt vor allem Arginin. Histidin wurde früher ebenfalls hier eingeordnet, gilt heute aber grundsätzlich als essentiell. Einen erhöhten Bedarf an Arginin können zum Beispiel Frühgeborene, Menschen nach schweren Verletzungen oder Operationen und schwer Kranke habenUnter bestimmten Umständen können nicht-essentielle Aminosäuren essentiell werden, da der Körper sie nicht mehr ausreichend herstellen kann. Sie werden bedingt-essentielle Aminosäuren genannt.
5. Verzweigtkettige Aminosäuren

Verzweigtkettige Aminosäuren (BCAAs) sind eine Gruppe von 3 essentiellen Aminosäuren:
- Leucin
- Isoleucin
- Valin
Wie alle Aminosäuren sind auch BCAAs Bausteine, aus denen dein Körper Proteine herstellt.
Du hast vielleicht schon gehört, dass Athleten und Bodybuilder von BCAA sprechen. Häufig werden sie zum Muskelwachstum oder zur sportlichen Leistungssteigerung eingenommen
Verzweigtkettige Aminosäuren sind auch als BCAAs bekannt. Sie bestehen aus den essentiellen Aminosäuren Leucin, Isoleucin und Valin.
6. Stoffwechsel von Aminosäuren

Der verdaubare Teil der Nahrung wird im Dünndarm zu Aminosäuren aufgespalten.
Die freigesetzten Aminosäuren gehen dann entweder den anabolen (aufbauenden) oder den katabolen (abbauenden) Stoffwechselweg
Anaboler Weg: Es wird aufgebaut. In der Fachsprache ist das die Biosynthese. Auf diese Weise werden Zellen erhalten, regeneriert oder neu gebildet. Daraus entstehen die Körperstrukturen wie Knochen, Gewebe, Enzyme, Antikörper der Immunabwehr und vieles mehr.
Kataboler Weg: Es wird abgebaut. Hier werden die überschüssigen Aminosäuren verbrannt und Energie entsteht. Diese Energie wird auch Kalorien genannt. Ebenso entstehen bei der Verbrennung Stickstoffe. Das ist ein natürlicher Abfallstoff und wird mit dem Urin abtransportiert.
Wie gut der Körper ein Nahrungsprotein verwerten kann, hängt davon ab, wie viele essentielle Aminosäuren es enthält und wie gut er sie im Dünndarm aufnimmt. Genau das beschreibt der DIAAS (Digestible Indispensable Amino Acid Score), den die Welternährungsorganisation FAO seit 2013 empfiehlt. Er löst den älteren PDCAAS ab
Ausschlaggebend ist die essentielle Aminosäure, die im Verhältnis zum Bedarf am knappsten ist. Als Orientierung schlägt die FAO vor: ab einem DIAAS von 75 gute, ab 100 ausgezeichnete Proteinqualität.

Tierische Proteine wie Kasein, Fleisch und Ei erreichen Werte über 100. Pflanzliche Proteine liegen einzeln oft darunter, weil Getreide meist wenig Lysin liefert und Hülsenfrüchte wenig Methionin und Cystein
Die gute Nachricht für die pflanzliche Ernährung: Pflanzliche Proteine ergänzen sich. Getreide und Hülsenfrüchte gleichen gegenseitig ihre knappen Aminosäuren aus, etwa Reis mit Linsen oder Brot mit Hummus. Besonders Soja-, Kartoffel- und Erbsenprotein heben in Mischungen den DIAAS
Und was ist mit NNU? Früher wurde die Proteinqualität vor allem über die biologische Wertigkeit oder die Nettoproteinverwertung (NPU) angegeben, also darüber, wie viel Stickstoff der Körper aus einem Protein zurückhält. Heute empfiehlt die FAO dafür den DIAAS. Die im Netz verbreiteten NNU-Werte (Net Nitrogen Utilization), etwa 48 % für Ei, stammen vom Entwickler eines Aminosäurepräparats und lassen sich mit dem DIAAS nicht vergleichen.
Wie hochwertig ein Protein ist, zeigt heute der DIAAS. Tierische Proteine liegen meist über 100, pflanzliche erreichen gute Werte vor allem in Kombination, etwa Getreide mit Hülsenfrüchten.
7. Nahrungsergänzung
7.1. Stimmung und Schlaf

L-Tryptophan ist ein wichtiger Bestandteil für die Produktion von Serotonin und Melatonin.
Serotonin ist ein Regulator für Stimmung, Schlaf und Verhalten. Daraus bildet der Körper das Schlafhormon Melatonin, das den Energieverbrauch sowie die Körpertemperatur senkt und das Immunsystem ankurbelt
Es ist nicht ausreichend belegt, dass eine Ergänzung mit L-Tryptophan die Symptome von Depressionen verringern, die Stimmung heben und den Schlaf verbessern kann
Bei einem Mangel an L-Tryptophan kann der Körper Melatonin und Serotonin nicht ausreichend herstellen. Dadurch können depressive Verstimmungen und Schlafstörungen auftreten.
7.2. Sportliche Leistung

Die 3 essentiellen Aminosäuren Leucin, Isoleucin, Valin (BCAAs) werden häufig von Athleten zur Leistungssteigerung und Muskelerholung nach dem Training genutzt.
In einer Placebo-Studie mit 16 Athleten verbesserte die Einnahme der 3 Aminosäuren die Leistung und die Erholung der Muskeln. Ebenso verringerte sich der Muskelkater im Vergleich zu der Placebo-Gruppe
Leucin, Isoleucin, Valin können die Muskeln vor Schäden durch intensives Training schützen. Ebenso können sie einen positiven Effekt auf die Leistung und Erholung der Muskeln haben.
8. Empfohlene Zufuhr
Nach den Richtlinien der National Academy of Medicine sollten Erwachsene mindestens 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht täglich zu sich nehmen
Das bedeutet, dass du bei einem Körpergewicht von 60 Kilogramm etwa 48 Gramm Protein zu dir nehmen solltest. Die DGE empfiehlt Erwachsenen bis 64 Jahre ebenfalls 0,8 Gramm, ab 65 Jahren 1,0 Gramm Protein je Kilogramm Körpergewicht (DGE-Referenzwerte). Diese Menge ist mit einer ausgewogenen Ernährung leicht zu erreichen.
Die Menge, die wir von jeder essentiellen Aminosäure benötigen, ist unterschiedlich. Die empfohlene Zufuhr (RDA) je Kilogramm Körpergewicht beträgt für Histidin 14 mg, für die übrigen:
- Isoleucin: 19 mg
- Leucin: 42 mg
- Lysin: 38 mg
- Methionin (und Cystein): 19 mg
- Phenylalanin (und Tyrosin): 33 mg
- Threonin: 20 mg
- Tryptophan: 5 mg
- Valin: 24 mg
Sorgen über eine übermäßige Eiweißeinnahme solltest du nicht pauschal beiseiteschieben: Sehr hohe Mengen und Aminosäurepräparate sind gesondert zu beurteilen, und bei Nierenerkrankungen stimmst du die Eiweißmenge am besten ärztlich ab. Eine Proteinzufuhr, die leicht über dem eigentlichen Bedarf liegt, gilt als sicher.
Durch eine ausgewogene Ernährung kannst du ganz einfach deinen täglichen Proteinbedarf decken.
9. Aminosäuren aus der Nahrung

Ein Großteil der Forschung zu essentiellen Aminosäuren bezieht sich auf die Einnahme von Nahrungsergänzung.
Viele Ernährungsexperten sagen jedoch, dass die beste Art, den Bedarf an essentielle Aminosäuren zu decken, die tägliche Ernährung ist.
Lebensmittel, die alle essentiellen Aminosäuren enthalten, werden als vollständige Proteine bezeichnet. Gute Quellen für vollständige Proteine sind:
- Fleisch, Geflügel, Meeresfrüchte
- Eier
- Molke, Kasein, Milch
- Chia-Samen, Soja, Quinoa
Wie du siehst, sind die meisten vollständigen Proteine aus tierischen Produkten. Eine ausreichende Proteinzufuhr als Vegetarier ist dennoch möglich. Der Schlüssel liegt in der Kombination.
Denn unvollständige Proteine können sich zu einem vollständigen Protein ergänzen. Die Lebensmittel in der folgenden Liste sind die häufigsten Quellen für essentielle Aminosäuren:
Histidin
- Tierische Quellen: Fleisch, Geflügel, Fisch, Milchprodukte und Eier.
-
Vegane Quellen: Sojaprodukte, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Nüsse und Samen
5 .
Isoleucin
- Tierische Quellen: Rindfleisch, Thunfisch, Kabeljau, Schellfisch und Joghurt.
-
Vegane Quellen: Hafer, Linsen, Spirulina, Sonnenblumenkerne, Sesamsamen und Seetang. Mit 100 Gramm Weizen erhältst du etwa 16 % des Tagesbedarfs
32 .
Leucin
- Tierische Quellen: Käse, Rindfleisch, Lammfleisch, Geflügel, Gelatine und Kollagen. 100 Gramm Geflügelfleisch enthalten etwa 75 % des Tagesbedarfs.
-
Vegane Quellen: Quinoa, Sonnenblumenkerne, Pistazien, Erdnüsse, Mais, Weizenkeime und brauner Reis. Spirulina ist eine fantastische Leucinquelle. 100 Gramm decken etwa 181 % des Tagesbedarfs ab
33 .
Lysin
- Tierische Quellen: Rotes Fleisch liefert die größte Menge an Lysin. 100 Gramm Rindfleisch enthalten etwa 157 % des Tagesbedarfs.
-
Vegane Quellen: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Tofu und andere Sojaprodukte, Quinoa und Kürbiskerne
34 .
Methionin
- Tierische Quellen: Thunfisch, Lachs, Garnelen, Rind- und Lammfleisch. 100 Gramm Thunfisch decken etwa 122 % des Tagesbedarfs.
-
Vegane Quellen: Paranüsse, Sojabohnen, Tofu, Bohnen, Linsen, Weizenkeime und Spirulina. 100 Gramm Paranüsse enthalten etwa 154 % des Tagesbedarfes
35 .
Phenylalanin
- Tierische Quellen: Rind-, Lamm- und Schweinefleisch, Geflügel, Käse, Eier und Joghurt. 100 Gramm decken etwa 150% des Tagesbedarfs.
-
Vegane Quellen: Tofu, Kürbiskerne, Erdnüsse, Weizenkeime, Quinoa, Wildreis, sowie bestimmte Samen und Nüsse. 100 Gramm decken etwa 95% des Tagesbedarfs
36 .
Threonin
- Tierische Quellen: Mageres Rind-, Lamm- und Schweinefleisch, Kollagen, Gelatine und Käse. 100 Gramm decken etwa 165% des Tagesbedarfs.
-
Vegane Quellen: Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Weizenkeime, Cashews, Mandeln, Linsen und Pistazien. Die reichhaltigste pflanzliche Quelle für Threonin sind Sojaprodukte. 100 Gramm geröstete Sojabohnen decken ebenfalls etwa 165 % des Tagesbedarfs
37 .
Tryptophan
- Tierische Quellen: Milch, Käse, Truthahn, rotes Fleisch, Joghurt, Eier und Fisch.
-
Vegane Quellen: Kichererbsen, Haferflocken, Spirulina, dunkle Schokolade und Erdnüsse. Aber auch Samen und Nüsse (insbesondere Kürbiskerne) enthalten große Mengen an Tryptophan. 100 Gramm Samen decken etwa 206% des Tagesbedarfs
38 .
Valin
- Tierische Quellen: Rindfleisch, magere Hühnerbrust, magere Schweinekoteletts, Thunfisch. 100 Gramm Hühnerbrust decken etwa 155% des Tagesbedarfs.
-
Vegane Quellen: Tofu, weiße Bohnen, Bohnen mit Hülsen, Kürbisse und Kürbiskerne, Haferflocken. 100 Gramm weiße Bohnen decken etwa 50% des Tagesbedarfs
39 ,40 .
Dies sind nur einige Beispiele für Lebensmittel, die reich an essentiellen Aminosäuren sind. Alle eiweißhaltigen Lebensmittel, ob pflanzlich oder tierisch, enthalten zumindest einige der essentiellen Aminosäuren.
Vollständige Proteine sind meist in tierischem Eiweiß vorhanden. Dennoch gibt es auch viele vegane Alternativen, um den Proteinbedarf zu decken.
10. Risikogruppe

Fehlt nur eine der Aminosäuren, wird dadurch die Wirkweise aller Proteine beeinträchtigt.
Besondere Risikogruppen für den Aminosäuremangel sind Kleinkinder, chronisch Kranke, Schwangere oder Menschen, die unter starkem und regelmäßigem Stress stehen
Frühgeborene können Arginin unter Umständen nicht ausreichend selbst bilden. Histidin müssen ohnehin alle Menschen über die Nahrung aufnehmen.
In der Schwangerschaft steigt der Proteinbedarf. Eine ausgewogene Ernährung ist deshalb während der Schwangerschaft sehr wichtig.
Die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin werden aus der Aminosäure Tyrosin gebildet. Deshalb können Defizite bei regelmäßigem Stress entstehen. Ein guter Weg den Stress zu lindern, sind Adaptogene. Sie helfen dabei die Stressreaktion im Körper auszugleichen.
Chronische Krankheiten können den Bedarf an einzelnen Aminosäuren erhöhen. Arginin ist Ausgangsstoff für Stickstoffmonoxid, das an der Weitstellung der Blutgefäße beteiligt ist.Der beste Weg, deinen individuellen Bedarf zu ermitteln, ist ein Blick auf deine tägliche Eiweißzufuhr. Ein Blutbild zählt die Blutzellen und misst keine Aminosäuren. Bei Verdacht auf einen Mangel kann ärztlich ein Aminosäureprofil im Blut bestimmt werden.
Kleinkinder, chronisch Kranke, Schwangere oder Menschen mit viel Stress sollten auf eine ausreichende Zufuhr an Aminosäuren achten.
11. Häufig gestellte Fragen

Wie viele essentielle Aminosäuren gibt es?
Es gibt 9 essentielle Aminosäuren: Histidin, Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan und Valin. Früher zählte man für Erwachsene nur 8, weil Histidin noch nicht dazugerechnet wurde. Hinzu kommen bedingt-essentielle (semi-essentielle) Aminosäuren wie Arginin, die der Körper nur in bestimmten Situationen nicht ausreichend selbst bildet.
Was sind proteinogene Aminosäuren?
Proteinogene Aminosäuren sind Bestandteile von Proteinen im Körper.
Davon gibt es insgesamt 20 Stück, welche sich in die Untergruppen essentielle, bedingte und nicht-essentielle Aminosäuren kategorisieren lassen. Welche Aminosäuren als Bausteine für die Proteinbiosynthese verwendet werden, bestimmt die Codierung der DNA
Ist die Einnahme von Aminosäurepräparaten notwendig?
Gesundheitsexperten empfehlen den Aminosäurebedarf über die Nahrung zu decken. Das ist auch sehr leicht zu schaffen, wenn man von einem täglichen Proteinbedarf von 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht ausgeht. Insbesondere für Athleten kann eine erhöhte Proteinzufuhr gut sein.
BCAAs können dazu beitragen einen ausreichenden Aminosäurespiegel in den Muskeln zu erhalten.
Was sind ketogene Aminosäuren?
Rein ketogene Aminosäuren sind Leucin und Lysin. Phenylalanin, Isoleucin, Tryptophan, Tyrosin und Threonin sind sowohl glucogen als auch ketogen
Welche Aminosäuren sind basisch?
Aminosäuren sind basisch, wenn ihre Seitenketten in einer Lösung basisch reagieren. Zu ihnen gehören Lysin, Arginin, Histidin
Können Aminosäuren Nebenwirkungen haben?
Gesundheitsexperten warnen, dass eine übermäßige Einnahme von Aminosäuren hohe Stickstoffwerte im Körper verursachen kann. Dadurch werden Leber und Nieren stärker belastet. Wenn du Aminosäurepräparate nehmen möchtest, besonders bei Leber- oder Nierenerkrankungen, stimme das ärztlich ab.
12. Fazit
- Aminosäuren werden auch Bausteine des Lebens genannt, da der Körper aus ihnen Proteine herstellt.
- Von den 20 Aminosäuren sind 9 essentiell (früher zählte man 8), da sie der Körper nicht selbst herstellen kann.
- Es gibt 3 verschiedene Untergruppen. Die essentiellen, nicht-essentiellen und bedingt-essentiellen Aminosäuren.
- Sie gehen im Körper entweder den anabolen (aufbauenden) oder den katabolen (abbauenden) Stoffwechselweg.
- Im Normalfall nimmt der Mensch bei einer ausgewogenen Ernährung ausreichend Proteine zu sich, um den täglichen Bedarf zu decken.
- Es gibt verschiedene Risikogruppen (Kleinkinder, chronisch Kranke, Schwangere, gestresste Menschen), bei denen vermehrt Mangelerscheinungen auftreten.
- Eine Eiweißzufuhr leicht über dem Bedarf gilt für Gesunde als unbedenklich. Aminosäurepräparate solltest du bei Vorerkrankungen, besonders der Leber oder Nieren, ärztlich abstimmen.